Beförderungsschein für Arzt/ Krankenhaus

In bestimmten Situationen kann man nicht mit dem Bus oder der Bahn zum Arzt fahren. Und nicht immer hat man ein Auto, oder jemanden der einen fahren kann. Und immer auf eigene Kosten mit dem Taxi fahren, das kann man sich nicht leisten. Doch es gibt Beförderungsscheine für bestimmte Sachen, die man unter einigen Voraussetzungen bekommt. Ich möchte gerne auf das Thema eingehen, habe mich damit schon lange auseinandergesetzt und mich auch oft geärgert. Doch es gibt Bestimmungen, die jede Krankenkasse einhalten muss. Wichtig ist nur, dass man diese Kennt damit alles gut geht.

Achtung: Ich gebe keine Rechtsauskunft, sondern nur meine Erfahrungen. Wie genau die Krankenkassen das machen, kannst du bei deiner Krankenkasse nachlesen oder dir dort Informationen holen.

Voraussetzungen für einen Beförderungsschein für Taxi

Fahrkosten werden zur Behandlung zum und vom Arzt und ins Krankenhaus und zurück übernommen, wenn die Fahrt aus medizinischen Gründen zwingend notwendig ist. Sprich wenn der Arzt diese Verordnet hat.

Es muss aber auch die nächsterreichbare Behandlungsmöglichkeit für einen sein, damit die kosten übernommen werden. Für Behandlungen im Krankenhaus und zurück ist es einfacher, für Ambulante Behandlungen ist das auch noch zusätzlich an weiteren Bedingungen geknüpft. Aber auch hier ist ab 2019 das vereinfachter worden, das man unter einigen Bedingungen keine Genehmigung der Krankenkasse mehr vorher braucht. Das ist für die Betroffenen schon einfacher, es war immer schwer alles zu Regeln und auf die Genehmigung zu warten, wenn man diese dringend brauchte. Meistens funktionierte das nur wenn man direkt hinfährt und Druck machen, dass man sofort eine Genehmigung bekommt. Das war sehr nervig und schwer.

  • Kosten für medizinisch notwendige Fahrten ins Krankenhaus mit einem KTW und Rettungsfahrten werden von der Krankenkasse übernommen.
  • In Ausnahmefällen werden die Fahrten zur ambulanten Behandlung unterstützt
  • Kosten werden direkt mit dem Transportunternehmen und der Krankenkasse abgerechnet. Man muss da nichts vorstrecken.

Wichtiges für die Leistungen, um das in Anspruch zu nehmen

  • Der Arzt muss auf der Verordnung die medizinische Notwendigkeit der Fahrt aufschreiben.
  • Diese Verordnung muss das Transportunternehmen für die Direktabrechnung bekommen.
  • Für Fahrten zur ambulanten Behandlung ist eine Genehmigung der Krankenkassen erforderlich. Ausnahmen gelten für Personen, die in ihrer Mobilität beeinträchtigt sind. (dazu unten weiter mehr)
  • Medizinisch notwendige Fahrten mit einem öffentlichen Verkehrsmittel oder PKW kann man auf Antrag die Erstattung der Fahrkosten wiederbekommen. In diesem muss der Arzt die medizinische Notwendigkeit bestätigen.
  • Anträge zur Erstattung bekommt man bei der Krankenkasse.

Fahrtkosten zur stationären oder teilstationären Behandlung/ Behandlungsterminen die damit zu tun haben!

Damit ist die Voruntersuchung für eine Aufnahme/ Operation gemeint, die Aufnahme auf Station. Das ist möglich, wenn der Arzt eine medizinische Verordnung als zwingend notwendig aufschreibt. Die Behandlung, die nächst erreichbarster Möglichkeit ist und die Krankenkasse der Hauptleister ist der die Behandlung bezahlt.

Also vor- und nachstationäre Behandlungen, die Termine, die damit zusammen hängen die mit einer Krankenhausbehandlung stehen. Die kosten für die Fahrten werden übernommen, wenn Fristen eingehalten werden. Also es besteht ein Anspruch für maximal 3 Behandlungstermine innerhalb von 5 Tagen vor Beginn und für maximal 7 Termine innerhalb von 14 Tagen nach Beendigung der Krankenhausbehandlung.

Bei Stammzellen- oder Organtransplantation verlängert sich der Anspruchszeitraum auf 3 Monate nach Beendigung der Krankenhausbehandlung für alle in dieser Frist erforderlichen nachstationären Behandlungsterminen.

Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung

  • Wenn die Krankenkasse die ärztliche Behandlung/ Untersuchung bezahlt
  • Der Behandlungsort die nächsterreichbare Behandlungsmöglichkeit ist
  • Die Fahrt auch medizinisch zwingend notwendig ist und vom Arzt verordnet wurde
  • Eine Dauerhafte Mobilitätseinschränkung vorliegt oder man eine hochfrequente Behandlung aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung bekommt

Die hochfrequente Behandlung einer schwerwiegenden Erkrankung bei Dialyse, onkologische Strahlenbehandlung oder onkologischer Chemotherapie usw. Die Fahrten müssen vom Arzt verordnet sein und von der Krankenkasse genehmigt werden.

Dauerhafte Mobilitätseinschränkung ist gegeben, wenn man einen Schwerbehindertenausweiß mit einen Merkzeichen AG, BL oder H hat. Oder man einen Pflegegrad ab 3 hat und dazu im Schwerbehindertenausweiß G stehen hat. Das zählt auch als dauerhafte Mobilitätseinschränkung. Sonst auch Pflegegrad 4 oder 5. Diese entsprechenden Fahrten werden vom Arzt verordnet. Dafür braucht man dann auch keine Genehmigung der Krankenkasse.

Kosten werden erstattet bei der Deutschen Bahn in der 2.Klasse und mit dem PKW erstattet man 20 Cent je gefahrenem Kilometer.

Zuzahlungen sind grundsätzlich 10% der Fahrkosten, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro. Man zahlt jedoch nie mehr als die tatsächlichen Kosten. Auch Kinder unter 18 Jahre sind an den Fahrtkosten zu beteiligen. Ausnahmen gibt es wie Serienfahrten, wenn man zur Chemotherapie oder zur Strahlenbehandlung fahren muss. Da zahlt man nur die erste und letzte Fahrt. Ist man Befreit von der Zuzahlung, muss man nur seine Befreiungskarte vorzeigen und man bezahlt dann keinen Cent dazu.

Beförderung anders

Es kann auch sein, wenn man nicht Sitzen kann, dass man liegend transportiert werden muss. Oder wenn man Betreuung braucht. Das muss alles vom Arzt dann mit angegeben werden. Wenn es kein Taxi sein kann, muss man einen anderen Transporter Anrufen. Da Hilft die Krankenkasse weiter, damit man Kontaktnummern bekommt. Damit das alles funktioniert. Es muss aber notwendig sein, wenn man nicht gehen kann oder man Medizinische Hilfe braucht beim Transport.

Beförderungsschein für Taxi

Wenn man einen Schein aus dem Krankenhaus bekommt, muss man nur den beim Fahrer abgeben, wenn man einsteigt. Wenn man jetzt für Zuhause das Taxi bestellen muss, muss man am Telefon schon sagen das es einen Beförderungsschein gibt. Dann werden der Name, die Abfahrtzeit und der Ort und dann auch das Ziel aufgeschrieben. Den Schein dann dem Fahrer geben und er verlangt nur dann die Unterschrift und die Zuzahlung, wenn man nicht befreit ist. Sollte das eine Hin- und Rückfahrt sein, muss man das gleich mit Anmelden. Man muss für die Rückfahrt dann nur dort Anrufen das man fertig ist und wird abgeholt.

Es werden keine Kosten übernommen, wenn man nur ein Rezept holt oder eine Überweisung. Diese kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen.

Meine Erfahrung

Es war mit der Krankenkasse immer schwer, gerade in der Zeit noch wo man eine Genehmigung brauchte. Es wurde sich Zeit genommen, dann wurde Ärger gemacht, weil mein Mann das erledigte obwohl ich nicht selbst hinfahren konnte zur Krankenkasse usw. Aber gut, wir haben gekämpft und nun brauchen wir nur noch vom Arzt die Verordnung. Es ist nicht einfach, aber aktuell muss ich viele Termine mit dem Taxi machen wegen dem Gehen und den Schmerzen. Allein geht es eh nicht mehr und da bin ich erleichtert, dass ich nun das mit den Ärzten gut hinbekomme.

Man sollte nicht aufgeben und Kämpfen für sein Recht. Die Krankenkassen lassen sich gerne Zeit, in der Hoffnung das man so um die Kosten rumkommt. Aber wenn man auf das angewiesen ist, muss die Krankenkasse das auch einmal einsehen und denk Kranken nicht noch das Leben extra schwer machen.

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