Diabetiker – Darf ich Obst essen?

Es ist ja nicht einfach was das Essen angeht, wenn man Diabetiker ist. Man muss auf alles achten, gerade auf das was Zucker und Fruchtzucker enthält. Das kann den Zuckerspiegel erheblich anheben und das ist nicht gut. Doch auf Obst verzichten muss man nicht. Obst und Gemüse ist gesund und lecker, man muss natürlich aufpassen wegen dem Fruchtzucker.

Und man fragt sich auch, darf ich Obst Essen? Leider gibt es immer wieder Menschen, die in der Schulung sagen man darf kein Obst mehr Essen. Das finde ich schade das Obst darf in den Einkaufswagen, wenn man bewusst konsumiert kann das dem Diabetes nicht schaden. Mein Arzt sagte einmal, ich darf Obst Essen. Eine Handvoll und damit ist es auch in Ordnung, der Blutzuckerspiegel geht nicht so schnell und hoch und so kann ich am Tag auch mal 2 Hände voll Essen. Wenn es nicht auf einmal ist natürlich.

Zucker im Obst

Auch im Obst steckt Zucker. Hier muss man zwischen Fruchtzucker, den man auch Fruktose nennt und Traubenzucker unterscheiden. Beide Arten findet man auch im Obst wieder. Fruchtzucker ist in natürlichen Mengen unbedenklich und wird von deinem zum größten Teil in der Leber auch abgebaut. Insulin braucht er dafür fast gar nicht. Der Traubenzucker im Obst kann den Blutzuckerspiegel von Diabetikern dagegen schnell nach oben treiben. Sollte man daher auf Obst lieber verzichten?

Nein, natürlich muss man nun nicht auf Obst verzichten. Denn die positiven Eigenschaften vom frischen Obst überwiegen das Ganze. Wir brauchen vom Körper jeden Tag unsere Portion Obst, um unseren Bedarf an Vitaminen sowie Ballast- und Mineralstoffen zu decken. Entscheidend sind aber die Menge und die Art des Obsts. So wird empfohlen das man 2 Handvoll Obst am Tag essen soll. Solange man sich im Rahmen dieser Empfehlung ernährt, ist alles gut.

Wichtig ist aber auch dass man immer seinen Blutzuckerspiegel im Auge behält. Das gilt besonders für zuckerreiche Obstsorten zu denen Ananas, Bananen, Weintrauben und Trockenobst zählen. Empfehlenswert sind dagegen frische Äpfel, Birnen, Beeren, Kirschen, Kiwis und Orangen. Sie haben neben einem hohen Wasseranteil auch einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, die einen rasanten und schnellen Anstieg des Blutzuckers verhindern.  Sie haben aber auch einen niedrigen glykämischen Index. Dieser zeigt an, wie schnell oder langsam der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eins bestimmten Lebensmittels ansteigt. Obst mit niedrigen glykämischen Index erhöht den Blutzucker langsamer und weniger stark.

Obst darf und sollte in den Einkaufswagen kommen. Am besten sollte man ausprobieren wie man auf unterschiedliche Obstsorten reagiert und man sollte vor und nach dem Verzehr vom Obst den Blutzucker messen und sich das auch notieren. Danach kann man dann das Obst einkaufen und planen was man isst.

Trockenobst wie sieht es damit aus?

Getrocknetes Obst wie Rosinen, getrocknete Pflaumen und Feigen liefern viel Zucker und das in konzentrierter Form, da sie kaum Wasser enthalten. Darum lassen sie den Blutzucker stärker ansteigen. Daher sollte man diese nur sehr selten essen oder zum Backen verwenden. Am besten immer frischen Obste, das hat zudem auch viel mehr Vitamine.

Obst kombinieren mit anderen Zutaten

Vielleicht ist auch das eine Lösung, wenn man frisches Obst was den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lässt, mit eiweißreichem Lebensmittel kombiniert. Dafür eignet sich Quark, Frischkäse oder Joghurt vermischen. Damit steigt der Blutzucker langsamer an. Ein selbergemachter frischer Fruchtquark ist ein perfektes Dessert. Auch ballaststoffreiche Vollkornprodukte oder Kleie oder fetthaltige Nüsse und Samen können helfen den Blutzuckeranstieg bremsen. Jedoch muss man beachten das Nüsse viele Kalorien haben. Bananen und Äpfel ins Müsli, dazu Joghurt oder fettarme Milch. Da sagt auch der Blutzuckerspiegel nichts Schlechtes zu.

Jedoch sollte man Fruchtsäfte meiden. Diese sind nicht empfehlenswert für Diabetiker. Sie enthalten fast keine Ballaststoffe, die Kohlenhydrate aus den Saft gehen also besonders schnell ins Blut. Aus dem Grund sollten die Säfte nur selten und in kleinen Mengen oder mit Wasser verdünnt als Schorle getrunken werden. Mal ein kleines Glas frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück, wenn das ballaststoffreich ist, kann in Ordnung sein. Bei gekauften Säften sollten man die Kohlenhydratangagen auf der Verpackung beachten. Fruchtnektar sollte man komplett meiden, diese enthalten sehr viel Zucker.

Vorsicht aber auch bei Smoothies, Mixgetränken aus pürierten Früchten, die sind kein Ersatz für frisches Obst. Fertigprodukte aus der Kühlung enthalten zudem häufig Zusatzstoffe, insbesondere viel Zucker. Es lohnt sich immer ein Blick auf dem Etikett. Wer nun gerne einen Smoothie trinkt wie ich, sollte diesen selbst machen. Obst dafür aber nicht schälen. Die wertvollen Inhaltsstoffe sind vor allem auch in der Schale und im Fruchtfleisch, so sollte man Äpfel und Birnen möglichst nicht schälen beim Essen.

Portionsgröße Abpassen, also alles was in eine Handpasst und weniger ist gut. Das ist einfach eine Regel, die man sich leicht merken kann.

So viel Zucker steckt im Obst

Äpfel Verdauungsfördernd, sie enthalten viel Pektin und wenig Zucker. Gut für den Darm! 11g Kohlenhydrate pro 100g 1 BE/KE
Bananen Reife Bananen enthalten viel Zucker. Lieber feste Früchte nehmen 20g Kohlenhydrate pro 100g 2BE/KE
Birnen Wenig Fruchtsäure, schmeckt süß obwohl sie nicht viel Zucker enthalten. 12g Kohlenhydrate pro 100g 1 BE/KE
Blaubeeren Blutzuckerfreundlich 6g Kohlenhydrate pro 100g 0,5 BE/KE
Melonen Wassermelone hat mehr Wasser als Zucker, Honig, Gala- und Cantaloupe Melonen haben mehr Zucker 8g Kohlenhydrate pro 100g 0,5 BE/KE
Orangen Wenig Zucker und viel Vitamin C 8g Kohlenhydrate pro 100g 0,5 BE/KE
Weintrauben Extra Ballaststoffel, sind sehr süß darum nur wenig Essen 15g Kohlenhydrate pro 100g 1 BE/KE
Pflaumen Sind in Ordnung für den Blutzucker, haben viele Ballaststoffe 10g Kohlenhydrate pro 100g 1 BE/KE

Pro Tag braucht man ca. 200g Obst und 450g Gemüse. Ein Smoothie ersetzt eine Portion Obst.

Am besten frisches Obst Essen und keines aus der Tiefkühlung nehmen. Wenn man TK Obst nimmt, sollte man auf die Zutatenliste schauen. Das hier Fett und Salz lauert und bei Obstmischungen auch Zucker zugegeben wird, muss man genau beachten. Obst aus der Dose und dem Glas sollte man meiden, da hier eine Zuckerfalle lauert.

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