Pflegestufe beantragen – wie geht es und was muss ich beachten?

Krankheiten kann jeden treffen und damit ist dann das ganze Leben auf den Kopf gestellt. Ich rede von Krankheiten, die das alte Leben nicht mehr möglich machen. Ich werde meine Krankheiten als Beispiel nehmen, und da ansetzen wie man Hilfe bekommen kann. Und zwar geht es jetzt um Krankheiten wie Nierenversagen mit Dialyse, Koma und das zurück Kämpfen ins Leben.

Mein Beispiel was passieren kann

Ich habe 2016 einen Herzinfarkt gehabt, nicht ganz 5 Monate danach bin ich in letzter Sekunde ins Krankenhaus gekommen. Ich habe keine Luft bekommen, konnte keinen Meter mehr gehen, ohne fast zu ersticken. Ich bin sonntags ins Krankenhaus gefahren mit dem Taxi, bin da aufgenommen worden. Blutuntersuchungen usw. dann auf die Intensivstation gekommen und am Montag ins Koma gefallen. Grund war meine Nieren haben aufgehört zu Arbeiten und es war fast zu spät. Also wurde ein Dialysegerät angeschlossen was neben mir stand und ich bin freitags aufgewacht. Im Koma habe ich nicht viel mitbekommen nur das meine Mutter am Bett immer wieder sagte: “Mini Maus (meine Katze, die schon leidet, dass mein Dacky gestoben ist) mich braucht. Das es ihr nicht gut geht“! Das aufwachen war nicht gut und die 14 Tage auch nicht auf der intensiven Station. Ich konnte nicht schlafen, alle 2 Tage wurde ich auf die Dialysestation gefahren und was am schlimmsten war, ich konnte mich nicht mehr bewegen. Ich musste lernen wieder zu sitzen, dann zu gehen usw. Dafür brauchte ich den Rollator. Im Krankenhaus war alles einfach. Aber das entlassen war schwer.

Einsteigen ins Taxi ging nicht allein, Treppen steigen ging nicht mehr und Einkaufen auch nicht. Das war der Punkt, an den ich Pflegestufe beantragt habe. Und darüber möchte ich euch was schreiben zur Pflegestufe.“

Pflegestufe was ist das eigentlich?

Der Pflegegrad ist wichtig für die Bewilligung von Leistungen der Pflegeversicherung. Es gibt bei uns 5 Pflegestufen 1 bis 5, in die man eingestuft wird wie der Hilfebedarf ist. Damit ist dann auch die Höhe des Pflegegeldes von der Pflegekasse vorgegeben, je nachdem welche Stufe man hat. 2017 wurde dann die Einführung des Pflegestärkungsgesetz II und der Pflegegrad korrigiert.

Um Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, muss ein Hilfs- und Pflegebedarf vorliegen und man muss einen Antrag auf Leistungen bei der Pflegekasse stellen. Diesen Antrag muss von der Pflegebedürftigen bei seiner zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Man bekommt von der Krankenkasse einen Antrag zugeschickt, den man nur Ausfüllen muss und zurückschicken muss. Das gilt für alle gesetzlichen Krankenkassen, aber auch für die privaten Krankenversicherungen. Am besten immer alles schriftlich beantragen, so kann man alles nachvollziehen, wenn es mal zu Unstimmigkeiten kommt. Wichtig ist das er vom Pflegebedürftigen oder in dessen Namen gestellt wird.

Die Leistungen werden, wenn man eine Pflegestufe bekommt, ab dem Monat bewilligt wo man den Antrag gestellt hat. Also wenn du den Antrag am 25. Eingereicht hast, zählt dieser Monat ab dem 01.

Hilfe bei der Beantragung von der Pflegestufe bekommt man in einem Pflegestützpunkt, den es in einigen Städten bekommt. Oder im Krankenhaus, wenn man noch dort in Behandlung ist. Das kann man mit jemanden dort besprechen. Danach bekommt man ein Schreiben vom MDK den Medizinischen Dienst der Krankenkasse. In diesem Schreiben steht der Termin, an den jemand von MDK vorbeikommt. Wer das ist wird auch namentlich festgehalten.

Die Einstufung vom Pflegegrad

Wenn der MDK kommt wird eine Begutachtung geführt. Es wird dann die körperliche und geistige Verfassung dokumentiert und für diese gibt es Punkte. Durch diese Punkte wird dann die Pflegestufe festgestellt. Wichtig ist das man am besten alle Arztberichte usw. von den Krankheiten und natürlich der Medikamentenplan vorliegt für den MDK. Diese werden dann mit Dokumentiert.

Pflegestufe 1 12,5 bis unter 27 Punkte Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegestufe 2 27 bis unter 47,5 Punkte Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegestufe 3 47,5 bis unter 70 Punkte Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegestufe 4 70 bis unter 90 Punkte Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegestufe 5 90 bis unter 100 Punkte Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Was wird begutachtet vom MDK?

  • Mobilität in wie weit die Person in der Lage ist, ohne Hilfe eine Körperhaltung einzunehmen, sich zu Bewegen und sich fortzubewegen.
  • Kommunikative Fähigkeiten von der Person, ob sie Dinge und andere Personen erkennen kann. Kann man sich am Gespräch beteiligen oder sich an was bestimmtes Erinnern?
  • Verhaltensweise der Person ob sie aggressiv oder andere auffällige Verhaltensweise hat
  • Selbstversorgung der Person mit Essen und Trinken, anziehen, Waschen und Toilettengänge
  • Krankheitsbedinge Anforderungen ob die Person selbst Medikamente einnehmen kann, evtl. Blutzucker messen, Insulin geben usw.
  • Alltagsleben und soziale Kontakte der Person und ob der Tagesablauf noch selbständig gestaltet werden kann. Ist man in der Lage im Umfeld mit anderen zu interagieren.

Das Gutachten wird dann vom MDK fertig gestellt und der Krankenkasse und der Pflegeperson zugeschickt. Wenn man eingestuft wird, erfolgt je nach Pflegestufe der Pflegebeitrag auf das Angegebene Konto.

Pflegeleistungen – Pflegestufe – Pflege zu Hause

Seit 2017 Leistungen Pflegegeld/Pflegedienst
Pflegestufe 1 125 € für Unterstützung durch Pflegefachkraft
Pflegestufe 2 316€ / 689€ für Pflegedienst
Pflegestufe 3 545€ / 1.298€ für Pflegedienst
Pflegestufe 3 mit Demenz 545€ /1.298€ für Pflegedienst
Pflegestufe 4 728€ / 1.612€ für Pflegedienst
Pflegegrad 5 901€ / 1.995€ für Pflegedienst

Wenn die Pflegestufe festgestellt ist bekommt man die Leistungen zugesichert. Wenn man nun Pflegestufe 2 hat und zu Hause gepflegt wird von seiner Familie oder Bekannten bekommt man diese Leistungen ausgezahlt. Ansonsten kann das auch der Pflegedienst übernehmen.

Es gibt aber Regelungen, an die man sich halten muss. So muss man Beratungseinsatz einhalten. Also es muss alle 6 Monate (bekommt man mitgeteilt im Gutachten) einen Beratungseinsatz durch Fachkräfte nachweisen. Also muss man den Termin Rechtzeitig bei einem Pflegedienst vereinbaren.  Der Gesetzgeber hat das vorgegeben, das diese Besuche stattfinden. Dort wird dann alles wichtige besprochen und ob es vielleicht Probleme gibt. Tipps und Unterstützungen bekommt man auch durch die Fachkräfte. Die kosten für dieses Gespräch wird direkt von der Krankenkasse übernommen. Diese Gespräche sind dafür da, dass die Pflege zu Hause sichergestellt ist und man kann da auch beraten werden. Werden diese Besuche nicht nachgewiesen, wird das Pflegegeld nicht mehr ausgezahlt.

Pflegestufe Wie oft im Jahr?
Pflegestufe 2 und 3 Alle 6 Monate
Pflegestufe4 und 5 Vierteljährlich

Das Beratungsgespräch findet bei der Pflegeperson statt und die Leute, die einen Pflegen sollten bei diesem Gespräch dabei sein. Es wird alles schriftlich festgehalten und auf Wunsch wird einen eine Kopie davon zugeschickt. Das Würde ich machen, so hat man das immer in den Unterlagen. Einen Pflegedienst findet man durch die Suche im Internet oder über die Krankenkasse. Da dann Anrufen, die Persönlichen Daten durchgeben und einen Termin vereinbaren. Drauf achten der Termin kann auch mal 3 Wochen Dauer. Daher das immer rechtzeitig planen. Erinnerungen können mit dem Pflegedienst vereinbart werden, damit man keinen Termin verpasst.

Mit Pflegestufe 1 darf man auch diese Beratungsgespräche wahrnehmen und sollte man auch. Man erfährt damit viele Informationen die evtl. helfen können.

Pflegehilfsmittel für Pflegestufe

Bei der Pflege zu Hause gibt es bestimmte Einmalartikel die man braucht. Ob jetzt Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel usw. da übernimmt die Pflegekasse für die Pflegebedürftigen Personen vom Pflegestufe 1 bis 5 die Kosten von bis zu 40 Euro im Monat. Diese zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind für die Verwendung durch private Pflegepersonen vorgesehen. Diese Produkte kann man über zugelassene Vertragspartner wie Apotheken und Sanitätshäuser beziehen, es gibt auch verschiedene Anbieter, die im Internet zu finden sind. Diese haben Anträge und rechnen die Kosten nach der Genehmigung direkt mit der Pflegekasse ab.

Man kann diese Produkte aber auch in der Drogerie selbst kaufen und gibt die Belege dann zur Rückerstattung bei der Pflegekasse ein. Praktischer ist es aber diese sich immer Liefern zu lassen.

Pflegesachleistung

Wenn man nun zu Hause von professioneller Pflegekräfte gepflegt werden muss, kann man bei Pflegestufe 2 bis 5 Pflegesachleistungen beantragen. Der Pflegedienst rechnet dann direkt mit der Pflegekasse ab. Man kann zwischen ambulanten Pflegedienst oder Sozialstation wählen.  Wichtig ist nur das die von den gesetzlichen Pflegekassen zugelassen sind. Die Krankenkasse hilft bei der Suche.

Für körperbezogene Pflege, pflegerische Betreuung und Unterstützung im Haushalt übernimmt die Pflegekasse monatliche Kosten bis zu folgenden Höchstbeträgen:

Pflegestufe 2 689 Euro
Pflegestufe 3 1.298 Euro
Pflegestufe 4 1.612 Euro
Pflegestufe 5 1.995 Euro

Pflegestufe 1 können körperbezogene Pflegeleistungen durch einen ambulanten Pflegedienst oder die Sozialstation über den Entlastungsbetrag von monatlich 125 Euro in Anspruch nehmen.

Wird die Pflegesachleistung nicht voll ausgeschöpft und ist eine private Pflegeperson vorhanden, zahlt die Pflegekasse ein anteiliges Pflegegeld für die zusätzliche Betreuung aus dem privaten Umfeld.

Beispiel:

Pflegegrad 2 nur 20% der Pflegesachleistung also 137,80 Euro vom Gesamtanspruch 689 Euro genutzt worden, kann das Pflegegeld in Höhe von 80% also 252,80 Euro vom Gesamtanspruch von 316 Euro ausgezahlt werden.

„Nicht ausgeschöpfte Pflegesachleistungen können ebenfalls bis zu 40% des Betrages der jeweiligen Pflegegrades für nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden.“

Anmerkung

Ich übernehme keine Haftung und Garantie. Am besten immer mit der Krankenkasse sprechen und sich genau informieren.

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