Was ist Verhinderungspflege?

Was mache ich nur, ich Pflege meine Mutter, weil sie mindestens einen Pflegegrad 2 oder höher hat. Doch es kann auch einmal sein das ich krank werde oder auch mal Stundenweise nicht kann. Was passiert dann und was ist eigentlich eine Verhinderungspflege? Wie man Pflege beantragt habe ich euch ja schon geschrieben. Aber was bitte ist eine Verhinderungspflege? Ich möchte gerne etwas auf das Thema eingehen. Die besseren Informationen bekommt ihr bei eurer Krankenkasse und einen Pflegestützpunkt. Ich übernehme dafür keine Haftung für die Richtigkeit.

Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegekasse, die in Anspruch genommen werden kann, wenn der zu Pflegende mindestens Pflegegrad 2 oder höher hat. Gesetzlich ist die Verhinderungspflege im § 39 SGB Xi. Die Leistungen für Verhinderungspflege sind unabhängig vom Pflegegeld, von den Pflegesachleistungen sowie vom Entlastungsbeitrag.

Allgemeines zur Verhinderungspflege

Verhinderungspflege dient dazu, dass die Pflegeperson eine Ersatzperson mit der Pflege/Betreuung/Unterstützung der zu pflegende Person beauftragen kann, wenn man selber verhindert ist. Verhinderung kann Urlaub, Krankheit oder eine andere Abwesenheit sein, aber auch einfach, dass man sich einfach mal selber ausruht für eine kurze Zeit. Oder, wenn man was Wichtiges erledigen muss.

Für die Verhinderungspflege kann man von der Pflegekasse bis zu 24148 Euro pro Jahr erstattet bekommen. Doch viele kennen diese Verhinderungspflege nicht, dabei ist das sehr einfach, diese Leistungen für eure Entlastung durch eine Privatperson eurer Wahr – Freunde, Nachbarn, Verwandte – zu verwenden und diese dann von der Pflegekasse erstattet zu bekommen.

Wer kann die Verhinderungspflege übernehmen?

Man muss hier zwischen einer erwerbsmäßigen und einer nicht erwerbsmäßigen Verhinderungspflege unterscheiden. Private, nicht erwerbsmäßig pflegende Personen können Angehörige, Lebenspartner, Nachbar, Freunde und Bekannte sein. Erwerbsmäßige Verhinderungspflege können zugelassene Pflegeeinrichtungen oder andere Personen oder Dienste sein, die die Pflege im Rahmen einer Erwerbstätigkeit ausführen kann. Was nicht richtig ist, wenn jemand sagt, das Angehörige 1. Grades die Verhinderungspflege nicht durchführen können. Die Einschränkung für diese Personengruppe ist lediglich, dass man für diese nicht die volle Verhinderungspflege abrechnen kann.

Voraussetzung für die Abrechnung von Verhinderungspflege

Die eigentliche Pflegeperson muss an der Pflege gehindert sein. Das bedeutet es können nur Privatpersonen sein, die den Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig in der Häuslichen Pflege pflegt. Pflegekräfte aus einer ambulanten Pflegeeinrichtung sind keine „an der Pflege gehinderten Person.“

An der Pflege gehindert bedeutet krank, im Urlaub oder aus anderen Gründen gehindert. Das kann eben auch bedeuten das man nicht anwesend ist oder nicht zur Betreuung zur Verfügung steht. Bei der Abrechnung muss man aber KEINEN Grund angeben. In einem Formular steht in einem Feld „Grund der Verhinderung“. Da reicht, es aus wen man schreibt „an der Pflege gehindert oder abwesend“. Man ist einer Krankenkasse keine Begründung schuldig.

Der Pflegebedürftige muss aber zu diesem Zeitpunkt mindestens Pflegegrad 2 haben. Der Anspruch beginnt frühstens in dem Monat, zu dem der Pflegegrad gewährt wurde.

Die Pflegeperson muss den Pflegebedürftigen mindestens 6 Monate in häuslicher Umgebung gepflegt haben. Verhinderungspflege kann ab dem ersten Tag der Gewährung eines Pflegegrads geltend gemacht werden, wenn nachgewiesen wird durch ein Attest vom Arzt, dass die Pflegeperson schon 6 Monate vor der Erteilung der Pflegestufe pflegebedürftig und gepflegt wurde. Wenn man das nicht nachweisen kann, könnt ihr 6 Monate nach der Erteilung des Pflegegrades mit der Verhinderungspflege beginnen. Davor kann keine Verhinderungspflege abgerechnet werden.

Für wieviele Tage kann ich eine Verhinderungspflege abrechnen?

Vom Gesetz her übernimmt die Pflegekasse nachgewiesen Kosten für 6 Wochen, also 42 Tage pro Jahr. Diese Zeitliche Begrenzung gilt nur, wenn man tageweise gepflegt wird. Also wenn die Pflegeperson mehr als 8 Stunden oder mehr an einem Tag abwesend ist. Bei weniger als 8 Stunden Verhinderung an einem Tag ist das eine stundenweise Verhinderungspflege. Diese dann die die Zeit bezogen zu berechnen. Da kann man also 365 Tage im Jahr abrechnen, jedoch gibt es hier eine Höhe als Begrenzung für die Abrechnung.

Für die Anrechnung auf die Höchstdauer von 42 Tagen ist die Zeit, die die Pflegeperson abwesend ist, nicht die Zeit, in der Verhinderungspflege ausgeführt wird. Ist nun die Pflegeperson 8 Stunden verhindert, die Verhinderungspflege wird aber nur für 2 Stunden am Tag ausgeführt und bezahlt, so zählt das trotzdem als tageweise Verhinderungspflege.

Welche Kosten kann ich abrechnen und bekomme ich erstattet?

Als Erstes muss man den Stundensatz, den man für die Verhinderungspflege aufwendet, selbst bestimmen. Man kann also den Nachbarn 8 Euro geben, dass sie auf Euch im Haushalt aufpassen und hilft. Oder man gibt ihn 20 Euro pro Stunde, das entscheidet man selber.

Begrenzt ist die Verhinderungspflege neben 42 Tage bei tageweise Verhinderungspflege nur in der Gesamtsumme, die Ihr pro Jahr ausgeben und abrechnen könnt.

Für die Verhinderungspflege übernimmt die Pflegekasse bis zu 1612 Euro im Kalenderjahr. Nutzt man die Leistungen der Kurzpflege nicht aus, kann man weitere 806 Euro pro Jahr aus dem Kurzzeitpflegetopf für Verhinderungspflege übertragen lassen. So stehen also bis 2418 Euro für Verhinderungspflege zur Verfügung.

Braucht man die 2418 Euro in einem Kalenderjahr nicht auf, verfällt der Rest mit dem 31.12 des Jahres. Mit dem 01.01 des neuen Jahres entsteht ein neuer Anspruch auf wieder 2418 Euro.

Wird die Verhinderungspflege erstattet und auf das Pflegegeld angerechnet?

Bei tageweise Verhinderungspflege, als wenn die Pflegeperson 8 Stunden oder mehr an einem Tag verhindert ist, wird das wie folgt, auf das Pflegegeld angerechnet:

Am 1- und letzten Tag eines Veränderungszeitraums wird das Pflegegeld nicht gekürzt. Also ist die Pflegeperson nur an einem oder zwei Tagen verhindert, kommt es nicht zu einer Kürzung des Pflegegeldes.

Ist die Pflegeperson mehr als 2 Tage am Stück 8 Stunden oder mehr verhindert, so wird das Pflegegeld für die verhinderten Tage mit Ausnahme vom 1- und letzten um 50 % gekürzt.

Bei stundenweiser Verhinderungspflege der Pflegeperson also weniger als 8 Stunden pro Tag besteht Anspruch auf das volle Tagegeld.

Wie beantrage ich die Verhinderungspflege?

Also diese kann man nicht im Voraus beantragen. Beantragen könnt ihr diese dann, wenn diese erfolgt ist. Dafür gibt es bei Krankenkassen ein Formular, das ihr nutzen könnt. Damit stellt ihr einen Antrag auf Erstattung der Verhinderungspflege. Wenn dort das Anschreiben und die Auflistung der Ausgaben mit allen nötigen Angaben enthalten sind, reicht das aus.

Für den Übertrag von 806 Euro für die Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege gibt es ein Formular, das man ausfüllen kann. Das kann man aber auch Formlos machen und einige Krankenkassen machen das auch von alleine, wenn die 1612 Euro aufgebraucht sind.

Anmerkung
Rechtsverbindliche Auskünfte dürfen (lt. Rechtsberatungsgesetz) ausschließlich Rechtsanwälte oder andere gesetzlich ausdrücklich befugte Personen und Institutionen erteilen. Werden in diesem Beitrag rechtliche Themen berührt, so handelt es sich dabei in keinem Fall um Rechtsauskünfte. Alle Aussagen wurden von mir selbst recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben. Eine Haftung kann jedoch auch hier nicht übernommen werden.


Für den Übertrag von 806 Euro für die Kurzzeitpflege auf die Verhinderungspflege gibt es ein Formular, das man ausfüllen kann. Das kann man aber auch Formlos machen und einige Krankenkassen machen das auch von alleine, wenn die 1612 Euro aufgebraucht sind.

Anmerkung
Rechtsverbindliche Auskünfte dürfen (lt. Rechtsberatungsgesetz) ausschließlich Rechtsanwälte oder andere gesetzlich ausdrücklich befugte Personen und Institutionen erteilen. Werden in diesem Beitrag rechtliche Themen berührt, so handelt es sich dabei in keinem Fall um Rechtsauskünfte. Alle Aussagen wurden von mir selbst recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben. Eine Haftung kann jedoch auch hier nicht übernommen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.