Zuzahlung Befreiung der Medikamente

Immer mehr Leute brauchen regelmäßig Medikamente und einige sind auch chronisch krank. Die Kosten sind dann nicht wenig für die Medikamente. Ich kenne das selbst sehr gut und muss 14 Medikamente am Tag nehmen und dazu noch Insulin. Wenn man dann immer 5 bis 10 Euro bezahlen muss für eine Packung, sind das kosten die einen fertig machen können. Dann ist man im Monat schon mal bei 50 Euro und mehr. Gerade auch wenn man für das Insulin noch die Nadeln braucht, die Streifen für die Messung usw. Das kann einen schon in eine Bedrängnis führen.

Doch leider wissen einige nicht das die Krankenkassen eine Hilfe anbieten, und zwar in Form einer Medikamentenbefreiung. Doch wie bekommt man diese und was genau muss man machen? Diese und weitere Fragen möchte ich euch einfach beantworten. Ich selbst wusste das vor Jahren auch nicht, leider erzählen einen die Kassen das auch nicht, geschweige ein Arzt. Man muss also sich selbst informieren. Ansonsten immer an die Krankenkasse schreiben oder Anrufen das man Informationen haben möchte.

Regeln für die Zuzahlungen und Befreiungen der Krankenkassen

Diese Befreiung wurde gemacht damit ein Patient nicht übermäßig belastet wird, es gibt eine Belastungsgrenze, bis zu dieser muss man Medikamente bezahlen oder man überweist diesen Betrag am Jahresanfang an die Krankenkasse nachdem es berechnet wurde, und erhält dann für das ganze Jahr eine Befreiung aller Medikamente, Heilmittel auch Massagen, Hilfsmittel, Verbandsmittel, Haushaltshilfe, Fahrtkosten die Notwendig sind (folgt noch ein Beitrag zu), häusliche Krankenpflege und Soziotherapie, stationäre Krankenhausbehandlung (diese 10 Euro pro Tag), ambulante Rehabilationsleistungen aber auch Stationäre Vorsorge- und Rehabilitationskuren.

Die Belastungsgrenze liegt bei 2% der Bruttoeinkünfte zum Lebensunterhalt aller im Haushalt lebenden Personen pro Kalenderjahr. Chronisch Kranke liegt die Grenze bei 1%.

Grundlage für die Berechnung ist die Summe ihrer gesetzlichen Zuzahlungen für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Also alle Belege von allen Angehörigen Sammeln, die für die Zuzahlungen berücksichtigt werden und diese dann entweder bis zum Jahresende Sammeln oder diese einreichen, wenn man diesen Prozentsatz erreicht hat. Oder man zahlt den Prozentsatz am Anfang des Jahres und ist dann befreit.

Die Berechnung der persönlichen Belastungsgrenze erfolgt gerne durch die Krankenkasse.

Voraussetzungen für eine Befreiung

Es können nur gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlungen für verordnete Mittel und Behandlungen berücksichtigt werden. Also wenn man eine bessere Versorgung als Kassenleistungen wünscht, muss man das genau unterscheiden können. Diese werden dann nicht erstattet. Von diesen Mehrkosten der wirtschaftlichen Aufzahlungen kann man sich nicht befreien lassen. Darunter zählt auch die privaten Zuzahlungen beim Zahnersatz und für individuelle Gesundheitsleistungen.

Eine Persönliche Belastungsgrenze beträgt 2 % von der Jährlichen Bruttoeinnahme zum Lebensunterhalt und gilt bei Ehepaaren für den gesamten Familienhaushalt, egal ob eine Familienversicherung besteht oder diese Person selbst versichert ist. Für die Berechnung zählen auch die Einnahmen familienversicherter Kinder. Ist man noch nicht verheiratet werden Personen getrennt berücksichtigt. Jedes Jahr wird die Belastungsgrenze neu ermittelt. Chronisch Kranke müssen nur 1% der Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt zahlen.

Chronisch krank – was genau bedeutet das?

Wenn man Chronisch krank ist, ist man einmal im Quartal in einer ärztlichen Behandlung (Diabetisbehandlung, Herz oder Nierenkrank) es sind einige Krankheiten, die einen zur Behandlung führen und meistens muss man alle 3 Monate eine Blutuntersuchung machen. Aber auch folgende Voraussetzungen erfüllen das

  • Pflegegrad 3,4oder 5 liegt vor
  • Wegen einer Erkrankung liegt ein Grad der Behinderung vor, mindestens 60% oder einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60%.
  • Er ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung erforderlich wie Arzneimittelherapie, Versorgung von Heil- und Hilfsmitteln. Und ohne diese Therapie verschlimmert sich der Gesundheitszustand.

Der Arzt muss eine Bescheinigung ausstellen in denen die Krankheiten angegeben sind und auch eine Therapiegerechtes Verhalten muss vermerkt sein. Damit kann man bei der Krankenkasse dann nachweisen das man Chronisch krank ist und wird so auch eingestuft. Ich brauchte das nicht, die Krankenkasse hat ja gesehen wie das bei mir ist und wie oft ich Arzt und Krankenhaus bin.

Persönliche Belastungsgrenze ermitteln

Diese Belastungsgrenze wird für Angehörige, die in einen gemeinsamen Haushalt leben, zusammen berechnet. Freibeträge können geltend gemacht werden. Der erste Angehörige ist in der Regel der Ehepartner, danach werden weitere Angehörige die mitarbeiten angerechnet. Außerdem werden Kinder berücksichtigt, bis zu dem Jahr, in dem das Kind 18 wird, gilt das unabhängig von ihrem Versichertenstatus. Ab dem drauffolgenden Jahr muss das Kind familienversichert sein.

Berechnung für 2019 Freibeträge

  • 5.607 Euro für den ersten Angehörigen
  • 3.738 Euro für jeden weiteren Angehörigen
  • 7.620 Euro für jedes zu berücksichtigen Kind

Berechnung der Belastungsgrenze

Jahresbruttoeinkommen Ehemann 20.000 Euro

Jahresbruttoeinkommen Ehefrau 15.000 Euro

Jahresbruttoeinkommen gesamt 35.000 Euro

Freibetrag Ehemann 5.607 Euro

Freibetrag 2 Kinder 15.240 Euro

Freibetrag gesamt 20.847 Euro

Jahresbruttoeinkommen minus Freibeträge: berücksichtigendes Familieneinkommen

Also 35.000 Euro – 20.847 Euro sind 14.153 Euro

Belastungsgrenze bei 2% sind 283,06 Euro

Belastungsgrenze bei 1% sind 141,53 Euro

Belastungsgrenze für Empfänger von Grundsicherung, Erwerbsminderung, Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe sind die Berechnungen anders. Hier gilt der Regelsatz vom Haushaltsvorstand mit dem höchsten finanziellen Beitrag als Berechnung für die gesamte Bedarfsgemeinschaft. Freibeträge können hier aber nicht geltend gemacht werden.

Regelsatz für den Haushaltsvorstand 424 Euro sind im Jahr 5.088 Euro. Da sind 2% der Belastung 101,76 Euro und bei 1% 50,88 Euro.

Wenn man weiß was man als Belastungsgrenze kennt kann das schon im Voraus für das nächste Jahr in einer Summe an die Krankenkasse bezahlen und verhindert so dass man zu viel bezahlt und auf die Rückzahlung wartet. Und man braucht so auch nichts sammeln, wenn man befreit ist.

Sonst kann man auch wenn man die Belastungsgrenze erreicht hat das mit dem Antrag auf die Befreiung einreichen und bekommt dann die Befreiungskarte zugesendet. Aber Achtung die Krankenkassen werden einen darüber nicht von allein Informieren. Quittungen gut aufbewahren und alles im Blick behalten. Apotheken bieten auch an das sie alles unter einen Kundennamen sammeln und man bekommt es dann auf Wunsch ausgedruckt.

Beim Einreichen mit dem Antrag müssen die Quittungen im Originalen dabei liegen. Eine Kopie vom Einkommen muss dann auch dabei sein oder man gibt das in einer Filiale selbst ab. Zahlte man Zuviel, wird dieser Betrag dann zurückgezahlt.

Diese Informationen dienen nur dafür, dass man sich weiter informiert und weiß, was für Rechte man hat. Jedoch sind sie nicht Rechtskräftig, daher immer bei der Krankenkasse mehr Informationen anfordern. Es verändert sich auch jedes Jahr bestimmte Voraussetzungen.

Bei Fragen könnt ihr mich gerne immer per Email anschreiben, wenn ihr das nicht in den Kommentaren machen möchtet.

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